Sonnenschutz – was macht er wirklich?



Sonnenschein – so sehr wir ihn auch genießen mögen, ist er für bis zu 80% unserer Hautalterung verantwortlich. Bis vor kurzem ging man davon aus, dass nur die energiereicheren UVB-Strahlen Hautkrebs und Sonnenbrand verursachen. Neuere Studien haben aber gezeigt, dass das energieärmere UVA tiefer in die Haut eindringt. Daher wird auch UVA-Strahlung mittlerweile für die Entstehung von Melanomen verantwortlich gemacht, ebenso wie für Faltenbildung und Hautirritationen. Was genau von UV-Strahlung ausgelöst wird und wie Sie die Sonne beruhigt genießen können, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Was ist UV-Strahlung?

UV-Licht ist elektromagnetische Strahlung und für das menschliche Auge nicht sichtbar. Es erreicht die Erde über Sonnenstrahlung und wird nach drei Wellenlängen unterschieden:

  1. UVA (höchste Wellenlänge, dringt bis in die menschliche Unterhaut vor und verursacht Zellschädigungen)
  2. UVB (mittlere Wellenlänge, dringt bis in die menschliche Oberhaut vor und verursacht Sonnenbrand)
  3. UVC (geringste Wellenlänge, dringt nicht bis zur Erde vor)

Warum ist UVA Strahlung so gefährlich?

  • Während UVB Strahlung hauptsächlich an sonnigen Sommertagen auftritt, ist UVA ständig präsent, 365 Tage pro Jahr
  • UVA Strahlung wird nur teilweise von Wolken oder Glas gehemmt
  • etwa 40% der UVA Strahlung draußen, kommt im Gebäude/Auto etc. an
  • UVA dringt bis in die unteren Hautschichten vor
  • in ihrem Spektrum ist das Licht schädlich für die Haut, denn es bilden sich freie Radikale, die Proteine, Lipide und die DNS angreifen


Wie wirkt UV-Strahlung auf die menschliche Haut? 

Die Haut hat einen Selbstschutz, indem sich die Hornschicht (stratum corneum) durch beschleunigte Zellteilungsrate bei längerer Bestrahlung automatisch verdickt. Angeregt durch die UVB Strahlen findet gleichzeitig in der Epidermis die Bildung von Melanin (Pigmenten) statt, welche die Haut schützen. Auch regen UVB-Strahlen die Bildung des lebensnotwendigen Vitamin D in der Haut an.

Jedoch ist dieser Selbstschutz eingeschränkt und UVA und UVB können bei längerer Zeit in der Sonne die chemische Bindungen zerstören. Das führt zu Zellsterben, Gefäßerweiterungen in der Unterhaut und zu Schädigung der DNS und kann z.B. Kollagen- oder Elastinfasern in der Haut schädigen und damit zu frühzeitiger Hautalterung führen. Ebenso können Sonnen- oder Altersflecken auftreten.

Durch die Bildung freier Radikale steigt außerdem das Risiko für Hautkrebs.

Was sind freie Radikale?

Freie Radikale sind ‚beschädigte Atome’, instabile Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Der Körper bildet freie Radikale als Reaktion auf externen oder internen Stress. Die Bildung wird u.a. ausgelöst durch UV-Exposition, Rauchen oder Entzündungen.

Was ist oxidativer Stress?

Wenn der Körper die freien Radikale nicht effektiv verarbeiten oder entfernen kann, kann es zum sogenannten oxidativen Stress kommen, der Zellen und Körperfunktionen schädigen und u.a. eine vorzeitige Hautalterung einleiten kann.

Sonnenschutz sollte deshalb Teil der täglichen Hautpflege sein.

Neben zahlreichen unterschiedlichen Arten – von Creme bis Lotion, von Gel bis Pumpspray – unterscheidet man vor allem nach der Wirkweise der Sonnenschutzmittel. Hierfür gibt es zwei Wirkprinzipien:

  1. Mineralische UV-Filter
  2. Chemische UV-Filter

Was sind mineralische UV-Filter und wie wirken sie gegen Sonnenstrahlen?

Mineralische Filter bestehen in der Regel aus winzigen Partikeln von Metalloxiden, die eine Schutzschicht auf der Hautoberfläche bilden und die UV-Strahlung wie winzige Spiegel reflektieren. Dadurch, dass UV-Strahlung reflektiert oder gestreut wird, kann sie nicht in die tieferen Hautschichten eindringen.

Mineralische Filter sind weiß, vor allem bei starken Filtern mit einem Schutzfaktor. Es gibt sie seit einigen Jahren auch als Nanopartikel.

Vorteile

  • Dringen nicht in die Haut ein -> lösen in der Regel keine allergischen Reaktionen aus
  • Gut verträglich für Kleinkinder
  • Wirken sofort nach dem Auftragen
  • Mineralische Pigmente sind chemisch stabil und bilden keine ReaktionsprodukteNachteile
  • „weißeln“
  • Dicke, relativ schlecht einziehende Konsistenz
  • Müssen nach Baden oder starkem Schwitzen erneut aufgetragen werden
  • Erreichen i.d.R. nur einen Lichtschutzfaktor bis SPF 30

Was sind chemische UV-Filter und wie wirken sie gegen Sonnenstrahlen?

Chemische UV-Filter dringen in die Haut ein und bilden zusammen mit dieser den Schutzfilm. Anders als mineralische Filter reflektieren sie die schädlichen Strahlen nicht, sondern nehmen sie auf und wandeln sie in ungefährliche Energie um (Infrarotlicht und Wärme).
Die Wirkungsweise ist etwas komplizierter: In der Elektronenhülle der UV-Filterstoffe umschwirren die Elektronen den Atomkern und bauen die Bindungen zu anderen Atomen auf. Eindringendes Licht mit seinen UV-Strahlen kann solche Bindungen aus Elektronen lockern und die Elektronen umlagern, ohne dass die beteiligten Atome gleich in alle Richtungen auseinanderfliegen. Der Stoff geht in einen „angeregten Zustand“ über. Dadurch, dass in den Elektronenhüllen „innerer Widerstand“ überwunden werden muss, geht etwas Energie verloren. Beim Zurückfallen in den Ausgangszustand wird deshalb nicht wieder UV-Licht abgegeben, sondern energieärmere Strahlung: harmloses Infrarotlicht und letztlich Wärme.

Auch chemische UV-Filter haben Vor- und Nachteile:

Vorteile:

  • Wirken auch nach dem Baden noch
  • Bilden keinen Film auf der Haut
  • Weißeln nicht
  • Höhere Lichtschutzfaktoren als mineralische Filter
  • Geringes Allergiepotential

Nachteile

  • Entfalten ihre volle Wirkung erst nach 20 bis 30 Minuten
  • Sind häufig nicht photostabil, zersetzen sich also unter der Einwirkung von UV-Licht. Deshalb müssen den Sonnenschutzmitteln Stabilisatoren zugesetzt werden, die in seltenen Fällen allergische Reaktionen auslösen können.
  • Können sich in der Umwelt ablagern. Ob und welche Schäden die ermittelten Mengen hervorrufen können, ist noch nicht erwiesen. 

Natürliche UV-Filter: Wie funktioniert der UVA Schutz im Yellow Serum?

In der Natur gibt es ebenfalls UV-Filter. Ein besonders effektiver stammt aus der Alge porphyra umbilicalis. Diese lebt in Küstennähe und ist extremem Wetter  mit sehr hoher Sonnenstrahlung ausgesetzt. Über Jahrtausende hat diese Alge sich ihrer Umgebung angepasst. Heute besitzt sie sogenannte MAA: mykosporinartige Aminosäuren (mikrobische Sonnenfilter).

  • MAAs haben effektive antioxidative Moleküle. Diese antioxidativen Moleküle erlauben es, ähnlich einem chemischen Filter, freie Radikale in ihrer Ringstruktur zu stabilisieren.
  • Alle MAAs absorbieren ultraviolette Wellenlängen, typischerweise zwischen 310 und 362nm. Dadurch schützen Sie die DNS vor UV-Schädigungen.


Was sind Antioxidantien?

Antioxidantien sind Stoffe die eine Zellschädigung durch freie Radikale aufhalten oder verlangsamen können. Sie geben freien Radikalen eines oder mehrere ihrer Elektronen ab um sie zu stabilisieren und werden deshalb auch als ‚Radikalfänger’ bezeichnet.

Fazit: Was gilt es beim Sonnenschutz zu beachten?

Sonnenschutz wird von Jahr zu Jahr wichtiger und sollte deshalb Teil der täglichen Gesichtspflege sein.

Gerade bei Sonnenbädern haben Studien gezeigt, dass die meisten Menschen zu wenig Sonnenschutzmittel auftragen: im Durchschnitt braucht eine erwachsene Person mindestens 35ml, um den Körper richtig einzucremen.

In Bezug auf das richtige Produkt sollte man sich an seinem individuellen Hauttypen orientieren.

Generell gilt es, übermäßiges Sonnenbaden zu vermeiden und Kombinationen aus Lichtschutzfaktoren anzuwenden:  textiler Lichtschutz (mit Kleidung und
Kopfbedeckung) + Schutz der Augen durch Sonnenbrillen + Sonnenschutzpräparate

Vorsicht gilt auch an bewölkten Tagen, denn UVA-Strahlen dringen durch die Wolkendecke.